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Schüler stürmen das neue Kinderhaus

Buben und Mädchen in Hortgruppen haben jetzt deutlich mehr Platz – Offizielle Einweihung am 12. Dezember

Der Hilpoltsteiner Kinderhort nahe der Mittelschule hat gestern das erste Mal seine Türen geöffnet. Jetzt haben die Buben und Mädchen, die bisher in der Grundschule und im Hofmeierhaus untergebracht waren, größere und schönere Räume zur Verfügung. Dies haben sie am ersten Tag mit großem Hallo in Besitz genommen.

Morgens um 10 Uhr ist es im Kinderhaus noch ruhig. Von den Buben und Mädchen ist noch nichts zu sehen, aber die Betreuerinnen sind fleißig: Nadine Apel schraubt an einen der Tische noch die Beine an, Daniela Ziegler, die Leiterin des Kinderhauses, packt mit Barbara Döbler einen Adventskalender und kleine Stauboxen aus, andere schichten Spielsachen in die Regale und rücken Stühle zurecht.

Dass sie Kinder an diesem Montag schon kommen können, liegt an der Bauzeit des 2,7-Millionen-Projekts: In grade einmal drei Monaten wurde das in diesem Jahr größte Bauprojekt der Stadt Hilpoltstein in Containerbauweise auf die Beine gestellt. Doch von den einzelnen Elementen ist durch die einheitliche Fassade jetzt nichts mehr zu sehen.

Für den Umzug von den Räumen in der Grundschule und im Hofmeierhaus blieb den acht Betreuerinnen und 2 Betreuern nicht viel Zeit. „Vormittags haben wir unsere Sachen in den neuen Hort geräumt, nachmittags waren wir für die Kinder da“, sagt Ziegler. Sie wirft vor dem Eintreffen der Schüler noch einen Blick in alle Räume. Und da wird erst deutlich, wie geräumig das vom BRK getragene Kinderhaus ist: Drei getrennte Gruppen- und Hausaufgabenräume gibt es, dazu einen Bewegungsraum und eigene Zimmer zum Ausruhen, Malen, Basteln und sogar für Rollenspiele. „Jetzt müssen wir mit den Kindern nicht mehr alles in einem Raum machen, jetzt haben die einen noch Ruhe für die Hausaufgaben, während die anderen spielen“, sagt Karin Glaser.

Kurz nach 11 Uhr treffen sich die Betreuerinnen, um gemeinsam zur Grundschule zu ziehen und die Kinder abzuholen. „Bis Weihnachten werden wir jeden Tag nach unten gehen, damit die Kinder den Weg lernen“, sagt Ziegler.

In der Grundschule ist es einfach: Die Mitarbeiter des Kinderhorts stellen sich in den Pausenhof und bei Schulschluss rennen die Buben und Mädchen gleich zu ihren Betreuerinnen. Anschließend laufen sie gemeinsam zum neuen Kinderhort.

Kaum sind sie durch den Eingang, bleiben die Kinder erst einmal staunend stehen. Doch Susanne Grimm spornt sie an. „Kommt, schaut euch erst mal um, geht in die Zimmer, schaut mal die Treppe rauf.“ Das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen, sie stürmen sofort durch die Gänge: Die einen nehmen den neuen Kicker in Beschlag, die anderen spielen im Bewegungsraum „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“, die nächsten nehmen die Sofas und Kuschelecken in den Gruppenräumen in Beschlag. Vier Jungs und ein Mädchen interessieren sich dagegen kaum für die neue Einrichtung. Sie knien im oberen Stock vor den Fenstern und schauen fasziniert zu, wie unten noch mit großen Baggern und Raupen Schotter verteilt und der künftige Parkplatz planiert wird. Einer der Bauarbeiter, der gerade einen Stapel Dämmplatten vorbeiträgt, winkt „seinen Fans“ belustigt zu.

Dann geht es jedoch erst einmal zum Essen. Alle sitzen in ihrem Gruppenraum zusammen und packen die mitgebrachten Brote aus. „Wir haben auch eine Mensa, aber die ist noch nicht in Betrieb“, erklärt Ziegler. Erst rufen die Kinder noch wild durcheinander, dann ist plötzlich Ruhe. Denn Sven, der sein Brot schon verspeist hat, hat sich die große Uhr geschnappt und eine „stille Zeit“ ausgerufen. Und alle halten sich daran. Betreuerin Susanne Grimm zuckt mit den Schultern und flüstert: „Die stille Zeit dauert so zwischen ein und fünf Minuten, solange er halt mag“, erklärt sie.

Kaum sind alle mit dem Essen fertig, geht es für die meisten in den Hausaufgabenraum. Und da ist nochmal Stille angesagt, denn nachdem sich jeder einen Platz ausgesucht hat, schlägt Barbara Döbler eine Triangel an und alle wenden sich leise ihren Heften zu: Julia und Gabi rechnen mit Tausenderzahlen, Maja füllt konzentriert eine Art Sudoku aus und Levon übt Schreiben.

Im Gruppenraum sitzt derweil Susanne Grimm mit den Kindern, die heute nichts aufhaben oder mit ihren Aufgaben schon fertig sind. „Es ist hier sehr schön“, schwärmt Grimm. „Da sitzen nicht mehr alle Kinder aufeinanderund müssen das Gleiche machen, sondern sie haben die Möglichkeit, sich auszusuchen, wo sie sein und was sie tun wollen“, sagt sie. Und nicht nur das: „Die Räume sind direkt nebeneinander, da kann man sich gut gegenseitig vertreten, da ist man mit ein paar Schritten bei den anderen.“

Noch laufen zwischen den Kindern auch immer wieder ein paar Handwerker hindurch. Die einen reparieren Türen, die sich nicht richtig schließen lassen, die anderen kümmern sich um undichte Wasserhähne. Im Büro von Daniela Ziegler türmen sich noch die Umzugsschachteln und zwei Helfer bauen ihren PC auf. Bis zur offiziellen Einweihung am 12. Dezember ist ja noch ein bisschen Zeit. „Bis dahin wird bestimmt ein Großteil fertig“, sagt Ziegler.

DK Nr. 277 vom 02.12.2014 | PDF Download

 
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